Häufig werde ich als Autor um die Übersendung von PDF-Reprints meiner Artikel gebeten. Ist dies gestattet? Gedruckte Version zu versenden ist doch zu aufwendig und langsam. Wie ist es, wenn man von einer Bibliothek direkt angeschrieben wird, und im Namen eines Dritten die Übersendung des PDF eines Artikels von mir erbeten wird?
Antwort:
Es hängt von der Zeitschrift ab. Welche Verlag die Versendung von PDFs erlauben (ob direkt oder über Dritte) und bei welchen Verlagen Sie erst eine schriftliche Erlaubnis einholen müssen, finden Sie im Weblog medinfo. Verlage reagieren auf diese Art der wissenschaftlichen Nachbarschaftshilfe (sie können es sowieso nicht verhindern) oft nach dem Motto: Wo kein Kläger, da kein Richter.
Zusatzfrage:
Warum stellen wir dann eigentlich nicht einen Studenten ein, der für Bibliotheksbenutzer extravagant teure PDF-Artikel direkt von den Autoren anfordert? Wäre doch sicher billiger als häßlich eingescannte Subito-Dokumente zu bestellen, oder?
Antwort:
Ja, genau dies haben sich auch schon andere gefragt. Das erscheint naheliegend. Aber tätsächlich gibt es da einige Untiefen:
- nur ca. 1/3 aller Anfragen werden erfüllt
- manche schicken nur das gedruckte Paper (aus den erwähnten rechtl. Gründen)
- man muss warten
- es macht von der Effizienz wenig Sinn, hier jemand dazwischen zu schalten. In der Zeit, wo sie den Studenten anmailen, haben Sie den Autor auch selbst angeschrieben (aber man könnte das ev. mit PubMed/SFX automatisieren)
- Subito garantiert einfach die Lieferung in 24/72 Stunden, das bietet kein anderer Service und das ist vielen wichtiger als ein echtes PDF
- letztendlich ist ein Studentenservice wahrscheinlich noch nicht mal kostengünstiger
- aber was am wichtigsten ist: Es ist nur zwischen Autoren (in einigen Fällen) erlaubt. Die erste Bibliothek, die so einen Service offiziell anbietet, würde sofort Schwierigkeiten mit den Verlagen bekommen.
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